Spaß am Lernen? – Wir sind auf dem richtigen Weg

Spaß am Lernen? – Wir sind auf dem richtigen Weg
Vor 5 Monaten haben wir uns dazu entschieden den Kuschelbär eine Klasse überspringen zu lassen.
Zeit ein Fazit zu ziehen wie es unserem Großen seit dem ergangen ist und ob wir diese Entscheidung wieder treffen würden.

Der Kuschelbär hatte einen holprigen Start in der Schule.

Völlig unterfordert hat er während des Unterrichts und bei den Hausaufgaben komplett seine Mitarbeit verweigert. Einzig in den Leistungskontrollen hat er gezeigt, dass er den Stoff verstanden hat und regelmäßig fehlerfrei abgeliefert. Er war somit kein klassischer Underachiver, aber auf dem besten Weg dahin. Er hatte keinerlei Spaß an der Schule und in dem halben Jahr in der 1. Klasse stagnierte sein Wissensstand.
Im Mai berichtet ich glücklich von den ersten Wochen nach dem Sprung in die 2. Klasse. Danach ergab es sich leider, dass seine Klassenlehrerin erkrankt und deshalb sehr viel Unterricht ausfiel oder gemeinsam mit der Parallelklasse durchgeführt wurde. Im Endeffekt hatte der Kuschelbär von den verbleibenden 8 Wochen in der neuen Klasse drei Wochen regulären Unterricht. Die Schule stellte allen Schülern, nicht nur dem Kuschelbär, frei in den Ferien den restlichen Stoff nachzuholen. Wirklich viel haben wir nicht gemacht, weil es uns einfach wichtiger war zu entspannen. Eher spielerisch haben wir im Alltag einzelne Übungen ganz unbemerkt eingeflochten.
Mittlerweile sind 5 Wochen im neuen Schuljahr vergangen. Die Klasse des Kuschelbärs wird übergangsweise von einer neuen Klassenlehrerin betreut. 
Da unser Siebenjähriger jetzt offiziell in der 3. Klasse ist gibt es jetzt Noten. Ich war sehr aufgeregt, weil ich 1. die neue Lehrerin und ihre Anforderungen nicht kannte, 2. die Arbeiten überraschenderweise nicht angekündigt wurden und mir 3. die fehlende Übung des Kuschelbärs Sorgen bereitete. 
Glücklicherweise waren meine Sorgen völlig unberechtigt. Unser Großer hat sich hervorragend geschlagen und bisher in keiner Arbeit und es waren bereits einige schlechter als mit Note 2 abgeschlossen. Ich empfinde das als großartige Leistung, die ich in der Art gar nicht erwartet hätte. Gemeinsam mit dem Mann hatte ich immer gesagt, solange er am Anfang der Klasse nie schlechter als befriedigend abschneidet ist alles in Ordnung.
Den ersten Elternabend nutzte ich um ein Feedback der Lehrerin zu seinen Leistungen zu erhalten. Er hat sich sehr gut in der Klasse eingefügt, kommt hervorragend mit und sie hat keinerlei Bedenken, dass er die Klassenziele nicht erreichen könnten. Eine traumhafte Einschätzung, die sich völlig mit unserem Eindruck zuhause deckt.
Der Kuschelbär selbst merkt natürlich, dass der Umfang der Hausaufgaben und der Schwierigkeitsgrad der Aufgabenstellungen in der Schule zugenommen haben. Es kommt auch vor, dass er im Deutschunterricht die Aufgaben nicht komplett in der vorhandenen Zeit lösen kann. Seine Rechtschreibung ist dafür noch zu unsicher und manchmal fehlt ihm auch die Methodenkompetenz. Trotzdem gibt er uns ganz klar zu verstehen, dass er sich zu keiner Zeit überfordert fühlt. Im Gegenteil erst seitdem er schwierigere Aufgaben lösen soll, blüht er in der Schule richtig auf.
Eltern glücklich, Lehrer glücklich und vor allem Kind glücklich. Aktuell sind wir sehr froh die Entscheidung für das Überspringen der Klasse getroffen zu haben und würden sie genau so wieder treffen.
Wobei wir froh gewesen wären, wenn der Kuschelbär ein halbes Jahr früher gesprungen wäre. Denn dann wären ihm und uns viele unangenehme Erfahrungen und viel Stress erspart geblieben und er hätte mehr Zeit gehabt sich ohne den Druck von Noten in der neuen Klasse zurecht zu finden.
Genau aus diesem Grund fällt es uns leichter für die Kaisermotte zu kämpfen. Sie ist vor 5 Wochen eingeschult worden und wir konnten vor der Einschulung bereits einschätzen, dass auch sie eine Klasse überspringen wird. Eigentlich sollte das auf Wunsch der Lehrer wieder erst später im Jahr erfolgen, aber wir setzen aktuell alles daran, dass sie direkt nach den Herbstferien springen kann. Es bleibt spannend, aber wir sind auf dem richtigen Weg.


6 thoughts on “Spaß am Lernen? – Wir sind auf dem richtigen Weg”

  • Meine Große (jetzt fast 13) hat "damals" auch die 1. Klasse übersprungen. Im Januar ging es in die 2., also nach knapp einem Halbjahr und ich fand den frühen Sprung echt gut. Die Anforderungen in der 3. Klasse wuchsen so enorm, ich weiß nicht, ob sie das geschafft hätte (zusätzlich noch Englisch Stoff nachholen und die Schreibschrift erlernen – alles in Zusatzarbeit zuhause, ohne Unterstützung der KL).
    Wie das klingt, ist Dein Sohn ja quasi aus der 1. in die 3. gesprungen? Das stelle ich mir hart vor! Um so toller, dass alles super läuft! Und für die Kleine drücke ich die Daumen, dass Ihr den früheren Sprung hin bekommt, damit fällt ihr das sicherlich auch leichter!

    LG,
    die Alltagsheldin

    • Hallo Alltagsheldin,

      vielen Dank für deine lieben Worte.
      Ich höre heraus, dass deine Große auch heute noch glücklich mit dem Sprung ist und das lässt mich positiv in die Zukunft schauen.

      Ja, der späte Sprung war hart. Der Kuschelbär hat mit einem Arbeitsheft in den Osterferien komplett die Schreibschrift gelernt. Zum Glück beginnt hier Englisch erst in der 3. Klasse und so hatte er an der Stelle nichts nachzuholen.

      Für die Kaisermotte hoffe ich wirklich, dass der Sprung früh stattfindet, damit sie sich leichter an die veränderten Anforderungen gewöhnen kann.

      Viele Grüße
      Mama Maus

  • Genau dieses Thema steht bei uns auch grade im Raum. Schule ist für den Erstklässler täglich eine Strafe und er hasst es, denn er ist gnadenlos unterfordert 🙁 Allerdings tut er sich auch schwer in neuen Umgebungen und braucht lange, neue Kontakte zu knüpfen. Das lässt uns noch etwas am Überspringen zweifeln. Aber so wie jetzt geht es auf jeden Fall gar nicht weiter. Wann genau habt ihr gewechselt? Zum Halbjahr oder zwischendurch irgendwann?

    • Hallo Jenny,

      Wir wollten unseren Großen bereits im November wechseln lassen. Die Klassenlehrerin sah seine Unterforderung nicht und stellte ihn als mäßigen Schüler hin, der in der Stunde nur spielt.
      Wir wussten uns nicht zu helfen, deshalb hat er erst nach Einschaltung der Vertrauenslehrerin nach den Osterferien gewechselt. Er hat als fast ein 3/4 Jahr nicht gelernt zu lernen und das holt ihn jetzt immer noch ein. Die Unterforderung ist weg und er kommt auch gut mit, ruft aber leider nicht seine volle Leistung ab und spielt immer noch im Unterricht.
      Rückwirkend betrachtet, war der Sprung eindeutig zu spät und wir hätten mehr für ihn kämpfen müssen.

      Bei unserer Tochter haben wir auf einen frühen Sprung bestanden. Sie ist direkt nach 4 Wochen gesprungen und es läuft wunderbar. Sie war von Anfang an gefordert und hat es leichter.

      Unabhängig vom verpassten Zeitpunkt war es für unseren Großen jedoch auf jeden Fall richtig zu springen. Danach kam er endlich auch mit Erfolgserlebnissen nach Hause und hat seine Hausaufgaben freiwillig erledigt.
      Wir würden sie beide wieder springen lassen, allerdings fällt es den Kindern früher leichter.

      Viele Grüße
      Mama Maus

      • Danke für die Infos Mama Maus. Wie hat denn euer Großer auf die Idee zu Springen reagiert? War er dafür von Anfang an Feuer und Flamme? Unser Sechsjähriger ist davon nicht sehr begeistert, aber ich denke es wird ihm sehr gut tun. Nur der Anfang wird schwer, denn er ist schon jetzt der Kleinste und Schwächste. Seinen Bruder schulen wir nun gleich als Kann-Kind mit 5 ein um solchen „Problemen“ vielleicht zu entgehen. Viele liebe Grüße, Jenny

        • Hallo Jenny,

          Er wollte anfangs überhaupt nicht. Als der Testunterricht jedoch gestartet hatte, war er sofort Feuer und Flamme. Er war auch in der vorherigen Klasse der Kleinste. Das ist bis auf den Sportunterricht kein Nachteil.

          Vielen Grüße
          Mama Maus

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