Der erste Vortrag – Der Kuschelbär blüht auf

Der erste Vortrag – Der Kuschelbär blüht auf

Ich könnte mich an dieser Stelle darüber aufregen, dass ich als Elternteil gezwungen werden mit meinem Kind gemeinsam Aufgaben für die Schule zu erledigen oder ich verrate euch, warum ich mich nur kurz aufregte und jetzt total glücklich über diese Chance bin.

 

Angst vor dem ersten Vortrag in der Grundschule

Es fing alles letzte Woche an. Der Kuschelbär kam aus der Schule und erzählte, dass seine Lehrerin allen Schülern angeboten hat einen Vortrag über eine Erfindung zu halten. Zum Vortrag sollte außerdem ein Plakat als Anschauungsmaterial gestaltet werden. Am Ende sollte es sowohl für das Plakat als auch für den Vortrag eine Note geben. Wer diese Chance auf zwei gute Noten nutzen wollte, sollte sich melden.

Der Kuschelbär meldete sich … nicht.

 

Auf meine doch recht schockierte Nachfrage teilte er mir mit, dass er sich erst mal anhören wollte, wie seine Klassenkameraden das machen und welche Noten sie dafür bekommen würden.

Das stimmte mich sehr traurig. Ich habe als Kind – und tue es jetzt noch – Vorträge geliebt. Gebt mir ein Wort und ein paar Sekunden Vorbereitungszeit und schon begeistere ich das Publikum. Vorträge sind meine Stärke. Ich weiß das und ich nutze das.

Der Kuschelbär hat bisher nur erfahren, dass es sehr schwer ist gute Noten zu bekommen. Der Durchschnitt in seiner Klasse bei Lernkontrollen liegt regelmäßig unter 2,5 und Einsen gibt es selten. Dass er sich aus Angst vor der Benotung keinen Vortrag zutraut stimmte mich traurig. Hätte er gesagt, er hat Lampenfieber oder keine Lust, hätte ich nicht weitergebohrt, aber sich wegen der Angst vor einer Zensur diese Chance entgehen zu lassen. Nicht mit mir.

 

Vorträge sind toll

Ich überzeugte ihn somit wie toll Vorträge sein können und er ging am nächsten Tag zu seiner Lehrerin und fragte, ob er auch noch einen Vortrag halten dürfte. Er durfte und grübelte nachmittags bereits über sein Thema. Eine Erfindung sollte es sein. Relativ spontan entschied er sich für das Telefon.

 

Vortragsvorbereitung für Grundschüler

Ich suchte ihm zwei (relativ) kindgerechte Texte zum Thema heraus und lies ihn lesen. Parallel informierte ich mich und ganz ehrlich, das Thema ist ziemlich komplex. Deshalb fragte ich ihn, ob er sich nicht lieber ein anderes Thema aussuchen möchte. Nach einer Nacht darüber schlafen, hatte er sich final für das Telefon entschieden.

 

Neben Klassenarbeiten, anderen Hausaufgaben und Arztbesuchen haben wir gemeinsam überlegt was er gerne auf seinem Plakat haben wollte. Er überlegte welche Bilder am besten passten und ich suchte im Internet danach. Er durfte entscheiden, welches Bild es jeweils werden sollte.

 

Kind bereitet Vortrag für die Grundschule vor

 

Heute morgen habe ich die ausgesuchten Bilder für ihn vorbereitet und in der richtigen Größe ausgedruckt. Fast zwei Stunden hat mich der Spaß gekostet. Die Freude des Kuschelbärs als er heute Nachmittag freudestrahlend seine Bilder ausgeschnitten und auf dem Plakat angeordnet hat, haben mich mehr als entlohnt. Mit Feuereifer hat er ausgeschnitten, beschriftet und bereits überlegt wie genau er den Vortrag aufbauen will.

 

Gemeinsam geht es besser

Als er mich dann vor dem Zubettgehen fragt, ob er wohl nochmal so ein Plakat und einen Vortrag halten darf, da hat sich für mich die ganze investierte Zeit schlagartig gelohnt. Am Anfang war es Pflichtarbeit für die Schule, am Ende war es Qualitytime mit meinem großen Sohn.

 

Ich wünsche ihm von ganzem Herzen viel Erfolg bei seinem Vortrag und dass er sich diese Freude an Vorträgen für immer erhält.

Und ich freue mich darauf ihn beim nächsten Vortrag wieder zu unterstützen.

 

Der erste Vortrag in der Grundschule - Zwischen Angst und Glücksgefühlen - wie man Kindern hilft ihr Angst vor Vorträgen abzubauen #Schule #Grundschule #Vortragsvorbereitung



6 thoughts on “Der erste Vortrag – Der Kuschelbär blüht auf”

  • Ich hab sowas in der Schule gehasst.
    Aber nicht wegen der Vorträge und Plakate an sich. Ganz im Gegenteil, ich habe es geliebt Referate zu schreiben und Plakate zusammen zu stellen. Mich aber vor die Klasse zu stellen in der 50% der Mitschüler sich laufend über mich lustig machten war für mich der Horror.

    Nichtsdestotrotz werde ich, wenn es soweit ist, mit der gleichen Begeisterung wie du meine Kinder dabei unterstützen. Denn Unsicherheiten beim Vortragen kann man zumindest mit einer guten Gestaltung des Plakates bzw. Skripts wieder wett machen.

    • Hallo,

      Es tut mir leid, dass du bei Vorträgen nicht die Bestätigung erfahren hast, die sich gehört.

      Deshalb finde ich es große Klasse, dass du deinen Kindern mit deinen Erfahrungen die eigenen Vorträge erleichtern möchtest und wünsche dir und ihnen, dass niemals jemand bei einem Vortrag über sie lachen wird.

      Viele Grüße
      Mama Maus

  • Liebe Mama Maus, ich freue mich so, dass Du Deinem Kind die Freude an dem Vortrag zurück geben konntest. Denn eigentlich ist es ja eine so tolle Sache, sich in ein Thema zu vertiefen und der Erfindung auf den Grund zu gehen. Umso trauriger, wenn der Notendruck der Schule das nicht unterstützt. Viele Grüße, Svenja

    • Hallo Svenja,

      genau, Vorträge sind an sich eine tolle Möglichkeit um neue Dinge zu lernen.
      Ich würde es noch viel besser finden, wenn die Kinder sie ohne so viel Druck erarbeiten könnten.

      Viele Grüße
      Mama Maus

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